Ist Rapsöl eigentlich gesund? Ein sachlicher Blick auf ein unterschätztes Lebensmittel
- clarastieg123
- 20. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Rapsöl: Warum der schlechte Ruf täuscht und was moderne Züchtung, Bio-Anbau und Kaltpressung wirklich bewirken.

Öl hat oft einen schlechten Ruf: „Zu fettig“, „zu viele Kalorien“, „macht krank“… dabei lohnt sich eine differenzierte Betrachtung. Rapsöl gehört nämlich zu den ernährungsphysiologisch wertvollsten heimischen Speiseölen.
Fett ist ein lebensnotwendiger Nährstoff, der als Energielieferant dient, fettlösliche Vitamine verfügbar macht und wichtige Funktionen im Zellstoffwechsel übernimmt. Entscheidend ist nicht, ob wir Fett zu uns nehmen, sondern welches.
Vom Lampenöl zum hochwertigen Speise-Rapsöl
Ursprünglich wurde Raps gar nicht als Lebensmittel angebaut. Das frühere Rapsöl enthielt große Mengen an Erucasäure, eine langkettige Fettsäure, die in hoher Konzentration als gesundheitsgefährdend gilt. Deshalb wurde Rapsöl lange Zeit vor allem technisch genutzt, zum Beispiel als Schmier- oder Lampenöl.
Erst durch gezielte Pflanzenzüchtung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden moderne Rapssorten mit sehr niedrigem Erucasäuregehalt. Diese sogenannten „00-Sorten“ enthalten nur noch minimale Mengen davon und liegen deutlich unter dem gesetzlich festgelegten Höchstwert von 2 %. Damit konnte Raps fortan auch zu Speiseöl verarbeitet werden.
Was Rapsöl ernährungsphysiologisch so interessant macht
Rapsöl zeichnet sich durch eine besonders günstige Fettsäurezusammensetzung aus:
· Hoher Anteil einfach ungesättigter Fettsäuren
· Wertvolle Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolensäure)
· Ausgeglichenes Omega-6- zu Omega-3-Verhältnis
· Natürlicher Gehalt an Vitamin E: ca. 2,4 mg pro Esslöffel, was 16% der empfohlenen Tageszufuhr entspricht.
· Geringer Anteil an gesättigten Fettsäuren
Das mag auf den ersten Blick abstrakt klingen, aber diese Kombination unterstützt nachweislich das Herz-Kreislauf-System, sorgt für einen ausgeglichenen Cholesterinspiegel und regt entzündungshemmende Prozesse im Körper an.
Und warum am besten kaltgepresstes Bio-Rapsöl?
Neben der Fettsäurezusammensetzung spielt auch die Verarbeitung eine wichtige Rolle. Kaltgepresste Bio-Rapsöle, wie wir es herstellen, werden mechanisch bei niedrigen Temperaturen gewonnen. Die Rapssaat wird ausschließlich durch mechanischen Druck in einer Presse ausgepresst und die Öl-Temperatur bleibt dabei unter 40°C. Dadurch bleiben die meisten Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe erhalten. Typisch sind die goldgelbe Farbe und ein mild-nussiger Geschmack.
Raffinierte Öle durchlaufen mehrere Verarbeitungsschritte wie: Entschleimung, Neutralisation, Bleichung, Erhitzung (bei bis zu 220 °C). Dabei werden zwar unerwünschte Stoffe entfernt, aber auch wertvolle Begleitstoffe reduziert.
Unser Bio-Rapsöl beginnt mit kontrolliert ökologischem Anbau: ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, ohne leicht lösliche Mineraldünger und ohne Gentechnik. Stattdessen stehen Fruchtfolgen, Bodenfruchtbarkeit und natürliche Kreisläufe im Mittelpunkt.
Gerade bei kaltgepresstem Öl, bei dem die Qualität der Saat entscheidend ist, können wir durch den Bio-Anbau ein naturbelassenes Endprodukt herstellen, dass alle guten Eigenschaften mit sich bringt, die die Rapssaat hergibt.
Wie schneidet Rapsöl im Vergleich zu anderen Ölen ab?
Ein kurzer Überblick zeigt: Jedes Öl hat seine Besonderheiten.
Olivenöl enthält viele einfach ungesättigte Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe, liefert jedoch weniger Omega-3-Fettsäuren.
Sonnenblumenöl ist reich an Vitamin E, weist jedoch einen hohen Omega-6-Gehalt auf.
Leinöl enthält besonders viel Omega-3, ist jedoch empfindlich gegenüber Licht und Hitze und nur begrenzt erhitzbar.
Rapsöl gilt als ausgewogener Mittelweg: vielseitig einsetzbar, relativ hitzestabil und mit einem günstigen Fettsäuremuster.
Fazit
Rapsöl ist also keineswegs „ungesund“. Im Gegenteil: Es gehört zu den ernährungsphysiologisch hochwertigsten Speiseölen, besonders in kaltgepresster Bio-Qualität wie vom Naturhof Stieg. Wenn Sie sich selbst überzeugen möchten: Unser kaltgepresstes Bio-Rapsöl erhalten Sie direkt bei uns und in regionalen Märkten.
Quellen: Informationen zur ernährungsphysiologischen Bewertung von Rapsöl u. a. nach aktuellen Fachveröffentlichungen sowie zusammenfassend dargestellt auf nahrung.de.


Kommentare